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„Wir finden Lösungen“

CFLEX Experten-Interview: Die weltweite Nachfrage nach Kunststoffverpackungen war noch nie größer. Aber was tun wir, um einen Recycling-Prozess bei Kunststoffflaschen zu unterstützen? Wir haben mit Rick Fearn, Vice President of Research and Development der Constantia Flexibles Labels-Division, gesprochen.

  • Unser Interview-Partner Rick Fearn (Mitte) erhält den APR Letter of Recognition zusammen mit Dave Cornell (links), einem technischen Berater und John Standish (rechts), Technischer Direktor des APR.

Constantia Flexibles: Rick, warum ist Kunststoff häufig die erste Wahl bei Verpackungen – speziell bei Getränken?

Rick Fearn: Kunststoff ist leicht, flexibel, stabil, feuchtigkeitsresistent sowie relativ günstig, weshalb bei der Produktion vieler Verbrauchsgüter die Wahl auf Kunststoff fällt.


Da Recycling immer wichtiger wird, ist der Grad der PET-Verunreinigung leider der wunde Punkt der Industrie. Recyclingbetriebe wollen saubere PET-Flocken, die an Wiederverwerter verkauft werden und letztendlich als lebensmitteltauglicher Kunststoff wiederverwendet werden können.

Constantia Flexibles: Was kann also getan werden …?


Rick Fearn: Wir finden Lösungen. In über zehnjähriger Zusammenarbeit mit der Association of Postconsumer Plastics Recyclers (APR) hat Constantia Flexibles ein selbstklebendes Etikett entwickelt, das den Recycling-Prozess nicht verunreinigt. In 2003 erhielten wir für die Entwicklung eines selbstklebenden Etiketts, das kompatibel mit dem PET-Recycling-Prozess ist, die APR-Auszeichnung „Partner for Change Award“.


Constantia Flexibles: Werden diese Etiketten häufig verwendet?



Rick Fearn: Damals war das Material für viele Kunden aufgrund der Kosten uninteressant. Kontinuierliche Weiterentwicklungen mit strategischen Lieferanten führte zu SpearRC: ein kostengünstiges selbstklebendes Etikett, das von der APR als uneingeschränkt kompatibel mit dem PET-Recycling-Prozess anerkannt und von der European PET Bottle Platform (EPBP) unter Vorbehalt für bis zu 10 % des gesamten europäischen PET-Flaschenmarkts genehmigt wurde. Nun gibt es keine Einschränkungen mehr – kostengünstige, widerstandsfähige Selbstklebeetiketten, die den ökologischen Fußabdruck Ihres Unternehmens reduzieren.


Zudem können diese Etiketten leicht mit den bestehenden Etikettierungsanlagen für Selbstklebeetiketten aufgebracht und auf transparenter, weißer oder metallisierter Folie produziert werden.

Constantia Flexibles: Können Sie uns von anderen inspirierenden Projekten außerhalb von Constantia Flexibles erzählen?


Rick Fearn: Ein Projekt, das ich persönlich sehr inspirierend finde, ist die Idee des 20 Jahre alten Niederländers Boyan Slat, der die Anlage „The Ocean Cleanup“ erfunden hat. Bei dieser Anlage nutzen große schwimmende Barrieren die natürliche Bewegung der Meeresströmung, um so passiv Plastikmüll zu sammeln. Die Strömung gelangt unter den Barrieren hindurch, wodurch die Meeresbewohner geschützt werden und das Plastik, das leichter als Wasser ist, sich ansammelt. Die anpassbare Anlage der schwimmenden Barrieren ist für einen großflächigen Einsatz konzipiert und deckt so eine Fläche von mehreren Millionen Quadratkilometern ab, ohne sich zu bewegen.

 

Der nächste Meilenstein dieses Projekts ist die Mega Expedition, die gerade im August 2015 stattgefunden hat. Dabei sollten die Menge und Art von Plastik im Great Pacific Garbage Patch (deutsch: Großer Pazifikmüllfleck) geschätzt werden, damit das Team die Bereinigungstechnologie für sein erstes Ozean-Pilotprojekt in 2016 vorbereiten kann. Die gesammelten Daten werden derzeit ausgewertet.