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„Der Druck hilft gegen Mogelpackung“

INTERVIEW MIT EINEM EXPERTEN: Drei Fragen an…Rainer Schuller. Er ist bei Constantia Flexibles verantwortlich das Preprint Management für Pharma und Healthcare und berät unsere globalen Pharmakunden, wenn es beispielsweise um das Bedrucken der Arzneimittelverpackungen geht. Wir haben zu diesem Thema einmal nachgefragt.

Constantia Flexibles: Herr Schuller, Tablettenpackungen und viele andere Arzneimittel sehen fast alle gleich aus. Warum sollte sich das ändern?


Rainer Schuller: Es lohnt sich durchaus für unsere Kunden aus der Pharma-Industrie etwas Geld in die Individualisierung ihrer Tablettenpackungen oder anderer Arzneimittelverpackungen zu investieren. Zum einen ist es ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, um sich von Konkurrenzprodukten abzuheben oder sich von ähnlichen Produkten abzugrenzen und zum anderen schützt ein spezieller Druck gegen Fälschungen – was in den letzten Jahren zu einem großen Problem für die Arzneimittelindustrie geworden ist.


Constantia Flexibles: Welche Möglichkeiten haben die Kunden bei der Gestaltung der Arzneimittelverpackungen?


Rainer Schuller: Es gibt eine große Anzahl an drucktechnischen Lösungen für anspruchsvolles Design, das die Verpackung auch gleichzeitig sicherer macht. Man könnte beispielsweise bei einer Tablettenpackung die  Außen- und Siegelseite, das heißt die Glanz- oder Mattseite der Alufolie, mit Muster bedrucken. Hier sind verschiedene Farbeffekte möglich – das Geheimnis ist hier, die Farben möglichst kräftig zu wählen, damit sie auf der Folie gut wirken.

Es ließe sich aber auch ein realistischeres Motiv oder Foto auf die Verpackung drucken – das ermöglicht gleichzeitig die direkte Ansprache der Zielgruppe und erzeugt eine positive Grundstimmung. Die bildliche Darstellung stellt auch schneller einen direkten Bezug zum Verwendungszweck her und erhöht damit die Anwenderfreundlichkeit. Das gilt für die Einzelverpackung, die man aus der Schachtel nimmt und im Nachttischschübchen lagert ebenso, wie für die, die mit auf  Reisen geht.

Bei Tuben beispielsweise haben wir uns schon so an diesen Komfort  gewöhnt, dass es keinem Hersteller einfiele, nur einfach das Wort „Salbe“ oder „Schmerz“ aufzudrucken; vielmehr wird das gesamte Marketingkonzept des Präparats transportiert. Die Lebensmittelindustrie macht es uns ja seit Jahrzehnten schon mit beachtlichem Werbebudget vor. Warum also nutzen wir nicht auch bei der pharmazeutischen Primärverpackung diese Möglichkeiten? Auch sie wird vom verschreibenden Arzt oder vom Patienten oder Anwender unbewusst emotional bewertet.

Neben Bildern oder Mustern sind natürlich auch andere Drucke möglich. Eine unserer high-tech Lösungen ist die, bei der eine bestimmte Abbildung mittels lizenzierter Sicherheitssoftware in variable Linien (Portrait) und Linienkrümmungen (Logos) umgerechnet wird.

Bei unserem so-genannten „Sicherheitsdruck“ auf Aluminium gibt es außerdem die Möglichkeit, Sicherheitsdruck auf Alu zusätzlich ein verstecktes Merkmal einzubauen, dass nur der Hersteller kennt.

Constantia Flexibles: Haben Sie noch weitere Beispiele für solche high-tech Lösungen, was den Druck angeht?


Rainer Schuller: Bestimmte Gestaltungselemente können beispielsweise mit „Kippfarbe“ gedruckt werden. Diese Flächen ändern je nach Betrachtungswinkel die Farbe. Sie schlagen etwa von dunkelgrün nach dunkelrot um.


Eine weitere hochtechnologische Möglichkeit, Arzneimittelverpackungen zu individualisieren ist ein Hologramm, das extra für den Kunden erstellt wird mit einfarbiger, passgenauer Bedruckung. Hier hat man schier unendliche Möglichkeiten und kann hier auch ganz genau auf den Wunsch des Kunden eingehen: Es können Firmenzeichen, Abbildungen, Lauflichter oder Echtfarbenhologramme erstellt und mit fortlaufendem Druck kombiniert werden. Da Hologramme nur mit sehr hohem technischen Aufwand generiert werden können, ist die Sicherheit des Produktes natürlich entsprechend hoch.


Constantia Flexibles: Danke für das interessante und aufschlussreiche Gespräch! Hier zeigt sich doch der eine oder andere Gesichtspunkt, der zum Nachdenken anregt.

 

Kontakt: Rainer Schuller


Hintergrundinformation Pharma Division:
Wir sind ein globaler Anbieter flexibler Verpackungen für die Pharma- und die „Home & Personal Care“-Industrie, mit sechs Standorten in Österreich, Deutschland, Belgien, Großbritannien und Spanien, die zur Pharma Division gehören. Die Division Pharma trägt 14,7 % zum Konzernumsatz bei. Zusätzlich zu den sechs Standorten werden Pharma Produkte in den USA, in Mexiko, in Indien und in der Türkei produziert.